„Bild“-Kampagne als „Bestes Plakat“ prämiert
„Bild“, Alice/Hansenet und das Blaue Kreuz - so heißen die Gewinner einer goldenen PlakaDiva beim diesjährigen Plakat & Media Grand Prix. Weitere Preisträger im Wettbewerb um vorbildliche kreative und strategische Leistungen in der Außenwerbung sind VW, Dulux, DaimlerChrysler und die Brauerei Füchschen sowie Adidas, BMW und Unilever. Die Verleihung des renommierten Awards, den der Fachverband Aussenwerbung e.V. (FAW) in diesem Jahr bereits zum 14. Mal ausgerichtet hat, fand am 26. April in Düsseldorf mit mehr als 400 Gästen aus Werbung, Marketing und Medien statt.
Der „Mut zur Wahrheit“ wurde belohnt: Für ihre gleichnamige Plakatkampagne erhielt die „Bild“-Zeitung beim Plakat & Media Grand 2007 Gold als bestes Plakat des Wettbewerbs. „Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht“ - mit diesem Claim hatten „Bild“ und ihre Agentur Jung von Matt, Hamburg, im Oktober 2006 eine reine Textkampagne auf City-Light-Postern deutschlandweit in die Öffentlichkeit gebracht. Headlines mit rücksichtslos ehrlichen Eröffnungen wie „Chef, Sie sind nicht witzig“, „Nein, ich bin nicht gekommen“ oder auch „Ja, dein Hintern ist zu dick“ weckten schlagartig Interesse und schufen Identifikation: Bekannte Klischees für all die Dinge, die man bestenfalls denkt, aber sich nie zu sagen traut. Anders „Bild“, die sich genau über diesen Tabubruch positioniert, als Zeitung, die es wagt, auch unangenehme Themen anzupacken und ans Licht zu bringen.
„Beste Plakate“ : „Bild“, VW CrossPolo, Dulux
Mit diesem Bekenntnis zum Tabubruch setzte sich das Flaggschiff des Axel-Springer-Verlags in der Kategorie „Bestes Plakat“ nach einhelligem Urteil der Fachjury an die Spitze des traditionell starken Wettbewerbs. Von den insgesamt 595 Arbeiten, die in diesem Jahr zum Plakat & Media Kongress eingereicht worden waren, bewarben sich allein 446 um eine Auszeichnung als „Bestes Plakat“. Unter ihnen: die Volkswagen AG mit einer Plakataktion für den VW Cross Polo, die zu Beginn vergangenen Jahres als Händlerkampagne geschaltet wurde. Bekannte Comic-Figuren erscheinen auf sympathisch-witzige Art verfremdet, dem Kampagnenmotto angemessen, und das heißt „wilder“ – mal zeigt der faule Kater Garfield enorme Krallen, mal präsentiert die friedliche Biene Maja einen gewaltigen Stachel. Allein mit diesen Bildern macht die Kampagne der Agentur DDB Berlin klar, wie sich der CrossPolo vom „zahmen“ Modell unterscheidet: „Der Polo. Nur ein bisschen wilder“. Dafür gab es eine silberne PlakaDiva.
Platz 3 unter den „Besten Plakaten“ belegt der Farbenhersteller ICI Paints Deco mit seiner Marke Dulux. Hier ist es gelungen, die spezifische Optik und das Umfeld der Plakatstandorte auf ganz besonders Weise zu nutzen. Mit dem Hinweis auf „die ganze Welt der Farben“ hat die Agentur Jung von Matt, Hamburg, für Dulux Motive entwickelt, die nur aus der Ferne als richtige Bilder zu erkennen sind - die Freiheitsstatue, der Weihnachtsmann, die Mona Lisa oder Marilyn Monroe. Beim Näherkommen verschwimmen die Konturen immer mehr, bis das Bild schließlich völlig in einem Farbraster auflöst. Gerade die Dulux-Kampagne mache deutlich, dass das Medium Plakat „seine eigenen Gesetze hat, die für jeden Kreativen eine besondere Herausforderung sind“, betont Thomas Ruhfus, Präsident des Fachverbandes Aussenwerbung (FAW).
„Beste Transportmedien“: Blaues Kreuz, Mercedes Sprinter, Füchschen
In der mit 64 Einreichungen gut besetzten Kategorie Beste Transportmedien konnten in diesem Jahr unkonventionelle Gestaltungen weitaus häufiger überzeugen als klassische Werbung auf Bussen oder Bahnen. So fand die Agentur Scholz & Friends, Hamburg, eine äußerst kreative Lösung, als es darum ging, das Angebot der Suchtkrankenhilfe Blaues Kreuz Deutschland e.V. in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Im Innenraum der Hamburger S-Bahnen belegte sie Plakatflächen direkt unterhalb der dort angebrachten Notbremsen so, dass der auf dem Plakat abgebildete Mann nach der Notbremse zu greifen scheint. Dafür verlieh die Jury eine goldene PlakaDiva in der Kategorie „Beste Transportmedien“.
Silber erhielt BBDO Berlin mit einer originellen Fahrzeugbeklebung für den Mercedes Sprinter (DaimlerChrysler Vertrieb Deutschland). Am Heck und an der Seite des Transporters platzierte sie die knappen Hinweise „Tor 1“ und „Tor 2“. Eine Idee, die viele Jury-Mitglieder überzeugte. FAW-Präsident Ruhfus zu seinem Favoriten: „Tor 1 und Tor 2 transportieren die Botschaft, dass der Sprinter Platz hat wie eine Werkshalle“.
Der dritte Preis ging an die Düsseldorfer Altbier-Brauerei Füchschen, die ihren eigenen Lkw-Fuhrpark mit Werbung der etwas anderen Art beklebt hatte. Ganz im Sinne des Kampagnenmottos „frisch.frech.fröhlich.“ setzte die betreuende Agentur Goerlichundsohn, Düsseldorf, das Füchschen leibhaftig in Szene und packte nette Kalauer wie „Brau am Steuer“ oder „Altpflege“ dazu. Liebling der Jury: Als Polizist prangt das Füchschen am Heck des Lkws und ruft „Alt!“.
„Beste Mediastrategie“: Alice, Adidas, BMW xDrive
In diesem Jahr wartet der Plakat & Media Grand Prix des Fachverbandes Aussenwerbung e.V. (FAW) mit einer Neuerung auf: Im Rahmen der Wettbewerbskategorie „Beste Mediastrategie“ wurde erstmals ein Preis für die „Beste Ambient Medien Idee“ ausgelobt. Mit 50 eingereichten Arbeiten fand diese inhaltliche Erweiterung auf Anhieb großen Anklang. Der Preis ging schließlich an Unilever und die Agentur Mindshare, Frankfurt, für ihre „T-Shirt-Attack“, mit der sie die Einführung des Deodorants Axe Click in der letzten Phase der Cross-Media-Kampagne aus TV-, Plakat-, Print-, Kino- und Onlinewerbung unterstützt hatten. Auf einem ein Kilometer langen Bauzaun, der sich durch die Innenstadt Berlins zieht, war ein Banner mit Bildern so genannter Axe Babes in Lebensgröße; jede „trug“ ein echtes T-Shirt mit einem Click-Spruch. Die Passanten konnten sich das T-Shirt mit ihrem Lieblingsspruch von der Wand nehmen, es anziehen und damit die Axe-Werbung weiter verbreiten.
Weitere 35 Einsendungen zum Wettbewerb galten der Mediastrategie. Wie in den stärker auf gestalterische Aspekte angelegten Kategorien Plakat und Transportmedien geht es auch bei der Beurteilung der strategischen Konzepte um einen innovativen und vorbildlichen Einsatz von Out-of-Home-Medien, der die besonderen Eigenschaften der Außenwerbung optimal ausschöpft. Eine solche Kampagne ist „Alice“, das als „schönste Verbindung“ beworbene Angebot der Hansenet Telekommunikation. Von März bis Mai 2006 warb das Unternehmen mit einer integrierten Kampagne aus Print-, Online- und Funkwerbung, Out-of-Home- und Ambient-Medien sowie unterstützender PR. Dabei wurde „Alice“ auf mehr als 30 individuellen Sonderwerbeformen inszeniert. Ein besonderes Highlight waren zwei Riesenposterflächen an benachbarten Häusern, um die sich das rote Band als reales Key-Visual schlang. 45.000 Neukunden und eine Steigerung des Halbjahresumsatzes um 97 Prozent registrierte Hansenet infolge der Kampagne - und nun auch noch die Auszeichnung mit einer goldenen PlakaDiva als Beste Mediastrategie des vergangenen Jahres. In ihrem Urteil hob die Jury als besonders lobens- und nachahmenswert hervor, wie geschickt die Kampagne die individuellen Stärken der lokalen Medien über die gesamte Palette der Kommunikationskanäle zu nutzen verstand.
Den zweiten Platz belegt eine Kampagne, die im vergangenen Jahr ebenfalls ein großes Echo in den Medien ausgelöst hat. Das „adidas+10 / Impossible Team“ fand sich vor allem mit dem Bild des überdimensionalen Nationaltorwarts Oliver Kahn als Brücke über der Autobahn am Flughafen München unzählige Male in Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen wieder. „Spectaculars“ nennt die betreuende Mediaagentur Carat Hamburg diese Art der Werbung, die sie mit TV, Kino, Print, Radio, Online und klassischen Plakaten sowie Ambient-Medien kombinierte. Die Fußball-WM in Deutschland bot den idealen Anlass, um die Marke adidas als Marktführer im Bereich der Sportartikel und dominierende Fußballmarke zu präsentieren. Ein entscheidender Erfolgsfaktor der Kampagne war, dass sie sich den Gedanken des „Impossible Teams“ zu eigen gemacht und auf ihre Weise umgesetzt hat. Ob das 800 qm große Fresko im Kölner Hauptbahnhof, die 3 x 1000 Quadratmeter großen Banner am Commerzbank Tower in Frankfurt oder die „Kahn“-Brücke - Inszenierungen wie diese hätte so mancher vorher auch für „impossible“ gehalten.
Eine bemerkenswerte Leistung konnte auch die Münchener Agentur Mediaplus vorweisen: Dank ihrer Mediastrategie gelang es dem Kunden BMW, den Absatz seiner Modelle mit xDrive-Allradtechnik zu vervierfachen. Ausgehend von der Mechanik des TV-Spots, der das xDrive-Prinzip an einem Hampelmann veranschaulicht, übertrug Mediaplus diese Kreatividee auf alle anderen Medien. Für die Außenwerbung ließ sie 14 Meter hohe, animierte Riesenhampelmänner auf Riesenposterflächen montieren. Mit Hilfe von Motoren, Gelenkstangen und beweglichen Gliedmaßen konnten sie exakt dieselben Bewegungsabläufe wie im TV-Spot vollführen. Die innovative Mediennutzung und die effiziente Einbindung von Außenwerbung in das Gesamtkonzept wurden auf dem Plakat & Media Grand Prix 2007 mit Bronze geehrt.
Zusätzliche Erläuterungen zu allen Gewinner-Kampagnen sowie ausführliche Informationen zum Plakat & Media Grand Prix sind in einer weiteren Pressemitteilung online nachzulesen: Presseinfo_GrandPrix_long
Darüber hinaus steht der Fachverband Aussenwerbung e.V. bei Fragen jederzeit gern zur Verfügung. Ansprechpartner:
Ulrike Assmann (Marketing)
Fon 069 / 71 91 67 40
e-Mail : assmann@faw-ev.de
Karin Winter (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Fon 069 / 71 91 67 30
e-Mail: winter@faw-ev.de
Autor:
Zurück zur News-Übersicht
